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Die gekreuzten Säbel des Sansibar

Längst hat das „Sansibar“ auf Sylt Kultstatus erlangt. Die berühmteste Strandhütte der Insel hat Fans in ganz Deutschland und über die Landesgrenzen hinaus. Promis mit „A“- bis „Z“-Status und solche, die es gern wären, geben sich im Sommer die Klinke in die Hand. Markenzeichen des „Sansibar“ sind die gekreuzten Säbel, ein Symbol, das im 17. und 18. Jahrhundert die schwarzen Flaggen der Freibeuter zierte.

Sansibar: Unscheinbare Strandhütte und Kultrestaurant

Wer ohne Insiderkenntnisse an einem verregneten Novembermorgen am Strand von Rantum einen Spaziergang unternimmt, käme nie auf die Idee, dass das unscheinbare Strandlokal in den Dünen die erste Anlaufstelle für Promis und solche, die es gern wären, auf der Insel Sylt ist. Verwaist liegt die Terrasse im grauen Nebel und auf den leeren Tischen im Innenraum stehen lediglich ein paar Senffässchen mit gekreuzten Säbeln drauf.

Ein gänzlich anderes Bild bietet sich an einem lauen Sommerabend im Juli. Auf dem proppenvollen Parkplatz an der Straße von Hörnum nach Westerland stehen Nobelkarossen Stoßstange an Stoßstange. Audi Q7, BMW X5, Mercedes S-Klasse, Porsche Cayenne – die Flotte der Upperclass und solcher, die sich dazugehörig fühlen möchten, verrät, dass das berühmteste Lokal Sylts nicht weit entfernt sein kann.

Ein breiter Fußweg, der voll mit Menschen ist, führt zum Strandlokal. Der Innenraum der Hütte ist bis auf den letzten Platz besetzt und auch auf der Terrasse mit ihren 250 Sitzplätzen ist kein freier Platz zu bekommen. Wer keinen Platz ergattern konnte, bleibt draußen auf einer Bierbank, auf der Treppe, im Strandkorb oder im Sand. Weißwein- und Proseccogläser werden zum Anstoßen in die Luft gereckt, während Salate, Fischspezialitäten und Kuchen verspeist werden.

Video: Sansibar die berühmteste Strandhütte der Welt

Die Geschichte eines Kultlokals

Der Schwabe Herbert Seckler eröffnete im Jahr 1978 einen Kiosk in den Dünen zwischen Rantum und Hörnum. Das Angebot war überschaubar. Neben gekühlten Getränken befanden sich Würstchen, Eintöpfe und Pommes frites im Programm. Seinen Kiosk nannte Seckler „Sansibar“. Besonders einfallsreich war das entgegen der ersten Vermutung nicht, denn er verwendete einfach den Namen des Strandabschnittes, an dem sich der Kiosk befand. In den 1930er Jahren bürgerte es sich ein, den FKK-Stränden auf Sylt exotische Namen zu geben. Es gab drei Nacktbadestrände mit den Namen „Samoa“, „Abessinien“ und eben „Sansibar“.

Herbert Seckler war kein gelernter Koch. Er kam im Alter von 22 Jahren auf die Insel und betrieb zunächst eine Kneipe in Westerland. Da die Einnahmen aus der Sommersaison nicht reichten, jobbte er zusätzlich auf Butterschiffen und pachtete zwischenzeitlich einen Campingplatz bis der umtriebige Schwabe schließlich seinen Kiosk eröffnete.

Nach und nach expandierter er und machte den Kiosk zu einem kleinen Strandlokal. Nachdem die Hütte im Jahr 1982 komplett abgebrannt war, baute Seckler das Lokal wieder auf und startete erneut durch. Die alte hölzerne Strandhütte ist bis heute geblieben, nur das kulinarische Angebot hat sich drastisch geändert. Über 30.000 Weinflaschen aus den besten Anbaugebieten weltweit lagern im Dünenkeller.

Woher kommen die gekreuzten Säbel?

Das Markenzeichen des Sansibar sind die gekreuzten Säbel. Seckler war klug genug, sich an diesem Symbol die Markenrechte zu sichern. Es gibt eine eigene Geschichte zur Entstehung des Symbols. Der Schwabe berichtet von meckernden Gästen, die sich über die hohen Preise in seinem Sansibar beschwert hatten. Er entgegnete ihnen, dass sie halt an die Piraten geraten seien. Der Brückenschlag von der Piraterie zu den gekreuzten Säbeln fiel nicht schwer und das neue Markenzeichen war geboren.

Auto-Sticker von Hamburg bis München

Die gekreuzten Säbel des Sansibar sind längst zu einem Erkennungszeichen mutiert. Aufkleber mit diesem Zeichen haben sich unzählige Fahrer teurer und weniger teurer Autos zwischen Hamburg und München auf die Heckklappe gepappt. Wie eine Monstranz tragen sie die gekreuzten Säbel in der Öffentlichkeit vor sich her, um damit zu signalisieren: Ich war auch dort! Es ist ein Heer von Adabeis, also denjenigen, die mit Vorliebe behaupten, auch dabei gewesen zu sein. Die gekreuzten Säbel des Sansibar haben den langgezogenen Sylt-Auto-Sticker abgelöst, der vor nicht allzu langer Zeit das vermeintliche Erkennungsmerkmal der selbsternannten Upperclass war.

Monatelange Wartelisten bei der Tischreservierung

Wer in einem Urlaub in einem Ferienhaus auf Sylt spontan auf die Idee kommt, abends im Sansibar zu speisen, erntet vom Betreiber nur ein müdes Lächeln. Tische müssen Monate im Voraus reserviert werden und die Warteliste ist lang. Wenn Sie jedoch im November schon wissen, dass Sie im Juni des Folgejahres einen Abstecher in das angesagte Strandrestaurant machen wollen, stehen die Chancen auf eine Platzreservierung nicht schlecht.

Sie müssen sich nur entscheiden, ob Sie die Abendmahlzeit um 18.00 Uhr oder um 20.00 Uhr einnehmen wollen. Wer den frühen Termin wählt, muss kurz vor Acht das Lokal verlassen, weil die nächsten Gäste reserviert haben. Ungewöhnlich ist diese Praxis nicht. Viele Wirte auf Sylt praktizieren dies auf diese Weise, denn die Saison ist kurz und die Kosten sind hoch.

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