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Auf Sylt gilt jetzt das Friesengesetz

Nur wenige Urlauber wissen, dass auf Sylt seit 2004 das sogenannte Friesengesetz gilt. Dabei handelt es sich nicht um einen lokalen Brauch wie das Bad in der eiskalten Nordsee am zweiten Weihnachtsfeiertag, sondern um ein rechtsgültiges vom schleswig-holsteinischen Landtag verabschiedetes Gesetz.;

Gesetz zur Förderung des Friesischen im öffentlichen Raum

Das Gesetz zur Förderung des Friesischen im öffentlichen Raum wurde am 11. November 2004 vom Landtag in Schleswig-Holstein mit dem Ziel verabschiedet, die friesische Sprache Söl’Ring im öffentlichen Raum zu fördern. Mit der Verabschiedung der umgangssprachlich auch als Friesengesetz bezeichneten Verordnung wurde Friesisch als zweite Amtssprache auf der Insel Sylt und allen anderen nordfriesischen Gebieten festgelegt.

Der Gesetzentwurf wurde auf Initiative des vom Südschleswigschen Wählerverbandes (SSW) und des Landtagsabgeordneten Lars Harms eingebracht. Die ursprüngliche Fassung trat am 24. Dezember 2004 in Kraft. 12 Jahre später wurde das Friesengesetz überarbeitet und die Neufassung trat am 29. Juli 2016 in Kraft. Ein wichtiger Punkt, den das Friesengesetz regelt, ist die zweisprachige Beschriftung der Ortsein- und Ortsausgangsschilder in den betroffenen Gebieten.

Das wird im Friesengesetz geregelt

Mit der Verabschiedung des Friesengesetzes wurde Friesisch offiziell als zweite Amtssprache im Kreis Nordfriesland und auf der Insel Helgoland zugelassen. Im friesischen Sprachraum gibt es acht verschiedene Mundarten. Die Sylter Mundart nennt sich Söl’ring. Wie viele Insulaner genau diese Unterart des Friesischen noch beherrschen, ist nicht bekannt. Es wird geschätzt, dass nur noch fünf Prozent der Bevölkerung der alten Sprache mächtig sind.

Weitere Regelungen des Friesengesetzes:

  • Jeder Person steht es frei, sich zur Friesischen Volksgruppe zu bekennen
  • Gebäude können zweisprachig beschildert werden
  • Wegweisschilder an Straßen werden zweisprachig beschriftet
  • Ortstafeln können in deutsch und friesisch beschriftet werden
  • Kenntnisse in friesischer Sprache werden bei Einstellungen im öffentlichen Dienst berücksichtigt
  • Wappen und Farben der Friesen können im Landkreis Nordfriesland gleichberechtigt neben den Landesfarben und dem -wappen verwendet werden (Blau-Gold-Rot)
  • Briefbögen und offizielle Bekanntmachungen können zweisprachig abgefasst werden

Dem Gesetz wurde eine Liste der offiziellen friesischsprachigen Ortsnamen beigefügt. Wenn Sie einen Ferienhaus-Urlaub auf Sylt verbringen, werden Ihnen Namen wie „Weesterlön“ für Westerland, „Woningstair“ für Wenningstedt und „Kaamp“ für Kampen ins Auge fallen. Die friesische Bezeichnung für die Ortschaften auf der Nordseeinsel befindet sich auf den Ortstafeln direkt unter der deutschen Bezeichnung.

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Friesische Begriffe mit Bezug zur Umgebung

Das Friesische ist im Verlauf des letzten Jahrhunderts nahezu vollständig aus dem öffentlichen Sprachgebrauch verschwunden. Trotzdem erinnern einige Endungen und Bezeichnungen noch an die alte nordische Sprache. Vergleichsweise häufig werden Sie auf die Endung „hoog“ treffen, die auf einen Grabhügel verweist. Das Kurzwort „Wai“ steht für Weg und „Gaat“ bezeichnet eine Gasse. Ein sogenanntes „Terp“ ist im Friesischen ein Dorf, während „Kamp“ auf einen Acker hinweist.

Auf Sylt haben sich darüber hinaus einige Straßennamen erhalten, die auf einen konkreten Ort hinweisen. Der Brönswai in Braderup beispielsweise führt zu einem Hügel, in dem der Legende nach ein König mit dem Namen „Bröns“ beigesetzt wurde. Der Borrigwai in Tinnum führt geradewegs zur Tinnumburg und der Börderwai in Kampen endet an alten Landgräbern.

Friesische Vornamen

Friesische Vornamen erleben aktuell eine Renaissance. Viele Eltern nennen ihre Kinder Sina, Timo, Fiete oder Nils. Der Vorteil: Friesische Namen sind kurz und einprägsam und besitzen einen angenehmen Klang. Die Bedeutung der Namen kennen allerdings nur wenige Eltern. Die friesische Variante von Georg und Gregor ist Joris. So hieß in der baltischen Mythologie der Gott des Frühlings. Fiete klingt nach einem Lausbuben und ist die niederdeutsche Version von Friedrich. Nils ist ein weit verbreiteter Jungenname, der seinen Ursprung in Friesland hat. In der tieferen Bedeutung bedeutet der Name so viel wie „Sieg des Volkes“.

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