Die schönsten Spaziergänge auf Sylt

Zwar ist Sylt eher als nordisches Eldorado für Fahrradfahrer bekannt, aber es gibt auch eine Vielzahl an wunderschönen Spazierwegen, auf denen sich die Insel und ihre beeindruckende Natur ganz entspannt entdecken lassen.

Nicht nur die kilometerlangen Strände laden auf Sylt zum Spazierengehen ein, auch die abwechslungsreichen Orte und die vielen Naturschutzgebiete und Kliffs sind lohnende Ziele für einen Ausflug zu Fuß. An dieser Stelle möchten wir Ihnen einige der schönsten Spaziergänge auf Sylt vorstellen

Rundgang durch das Kapitänsdorf Keitum

Für viele Besucher gilt Keitum als schönstes Dorf der Insel. Mit seinen verwinkelten Kopfsteingassen, den alten reetgedeckten Kapitänshäusern und den langen Lindenalleen versprüht es einen ganz besonderen Charme. Auf einem Spaziergang durch das Kapitänsdorf lassen sich nicht nur viele geschichtsträchtige Orte, sondern auch zahlreiche hübsche Cafés und Teestuben sowie die Werkstätten verschiedener Kunsthandwerker entdecken. Der Rundgang startet an der ältesten Kirche der Insel, St. Severin. Von hier lohnt sich ein kleiner Abstecher zu Deutschlands nördlichstem Weinberg: Passieren Sie die Kirche in Richtung Keitum, kommen Sie automatisch an den Rebstöcken und dem benachbarten Anbaugebiet des Sylter Hopfens vorbei, aus dem leckeres Insel-Bier gebraut wird. Zurück bei St. Severin folgen Sie dem Alten Kirchenweg, vorbei an alten Reetdachhäusern wie dem „Mühlenhof“ oder dem „Packhaus“ von 1892. Es erinnert an die Zeit als Keitum noch einen Hafen hatte. Biegen Sie dann links in die Straße „Am Kliff“ kommen Sie zu „Nielsens Kaffeegarten“, wo Sie bei herrlichem Wattblick ein leckeres Stück hausgemachten Kuchen genießen können. Ein paar hundert Meter weiter warten ebenfalls zwei lohnende Stopps auf Sie: Das „Altfriesische Haus“, in dem das Leben der Sylter vor vielen hundert Jahren dargestellt wird und das „Sylter Heimatmuseum“, das einen interessanten Einblick in die Inselgeschichte gibt. Folgen Sie der Straße „Am Kliff“ weiter, kommen Sie zur Keitumer Hauptstraße, dem „Gurtstig“, in den Sie rechts einbiegen und so automatisch in den Dorfkern gelangen. Hier lohnt ein Bummel durch die vielen Geschäfte, Ateliers und Galerien – oder eine erneute Kuchen-Pause in der „Kleinen Teestube“.

Natur-Tour rund ums Rantumbecken

Die kleine Tour entlang des Rantumbeckens beginnt im Rantumer Hafen, in dem Sie unbedingt die vielen kleinen Geschäfte und Manufakturen besuchen sollten: Von Strandkörben über handgefertigte Bonbons, bis hin zum direkt vor Ort gerösteten Kaffee und einer Whisky-Destillerie finden Sie hier alles, was das Shopping-Herz begehrt. Am Ende der Hafenstraße gelangen Sie automatisch auf den Deichweg, der rund um das Rantumbecken führt. Von hier haben Sie einen traumhaften Ausblick über das Watt und das künstlich angelegte Seengebiet, in dem hunderte seltene Vogelarten leben. Mit etwas Glück treffen Sie bei Ihrem Spaziergang sogar auf den heimlichen Star des Rantumbeckens – einen riesigen Albatros mit einer beeindruckenden Flügelspannweite von rund 2,40 Metern. Der Spaziergang zeichnet sich nicht nur durch die einmalige Natur- und Tierwelt aus, der Sie am Rantumbecken begegnen, sondern auch durch die Ruhe, die hier selbst in der Hochsaison herrscht. Am Ende des Deichweges können Sie entweder auf gleichem Weg zurückgehen, oder Sie folgen dem kleinen Wattweg, der rechts hinter dem Rantumbecken abgeht. Auf diesem können Sie noch etwa 10 Kilometer entlang des Watts und vorbei an einer kleinen Badestelle bis nach Morsum laufen. Hier nehmen Sie den Bus zurück zu ihrem Ausgangspunkt.

Video: Ein träumerischer Spaziergang auf Sylt

Spaziergang um die Sylter Südspitze

Die Umrundung der Südspitze, die offiziell „Hörnum Odde“ heißt, gehört zu einem Sylt-Urlaub unbedingt dazu. Zum einen, weil es hier traumhaft schöne Strände und einen tollen Blick auf die Nachbarinseln Amrum und Föhr gibt, zum anderen, weil bei einem Spaziergang an der Odde die Vergänglichkeit Sylts deutlich wird. Denn hier ganz im Süden treffen die Sturmfluten, die im Herbst und Winter toben, die Insel besonders hart. Brauchte man vor ein paar Jahren für die Umrundung der Odde noch etwa zweieinhalb Stunden, so schafft man den Weg entlang des Strands jetzt in knapp einer Stunde. Allein durch Orkan Xaver, der 2014 wütete, wurde die Insel an dieser Stelle etwa 40 Meter schmaler. Diesen verheerenden Landverlusten versuchte man vor einigen Jahrzehnten mit Tetrapoden entgegenzuwirken. Diese tonnenschweren vierfüßigen Betongebilde säumen zu tausenden den Strand, auf dem Sie die Südspitze umrunden. Heute setzt man hier auf Sandvorspülungen – aber auch das leider nur mit mäßigem Erfolg. Ihren Spaziergang starten Sie im lebhaften Hörnumer Hafen, in dem Sie sich mit einem Fischbrötchen oder leckeren Crêpes für den vor Ihnen liegenden Weg stärken können. Von der Hafenpromenade aus gelangen Sie an den ruhigen Strand im Schatten des rot-weißen Leuchtturms, der übrigens auch besichtigt werden kann. Immer entlang des Flutsaums kommen Sie nach einer Weile an die südlichste Spitze Sylts, an der das ruhige Wattenmeer auf die stürmische Nordsee trifft. Apropos treffen: Mit etwas Glück begegnen Ihnen auf Ihrem Spaziergang nicht nur Kegelrobben, sondern auch die seltenen Schweinswale, die zwischen Sylt und Amrum leben. Haben Sie die Südspitze umrundet, liegt es an Ihnen, wie weit Sie noch am Strand laufen möchten. Sie können von hier aus aber auch jeden der befestigten Dünenwege nehmen, die Sie durch den Ort zurück zum Hafen führen. Als Orientierung dient Ihnen immer der Leuchtturm, der sich unmittelbar neben dem Hafen befindet.    

Panorama-Rundweg am Morsum Kliff

Am beeindruckenden, bis zu 21 Metern hohen Morsum Kliff werden zehn Millionen Jahre Erdgeschichte erlebbar. Das Kliff ist geologisch in Europa einzigartig und steht deshalb unter Naturschutz. Auf den ausgeschilderten Rundwegen können Sie aber einen wunderschönen Spaziergang mit spektakulärem Ausblick aufs Wattenmeer machen. Der Spazierweg startet am Parkplatz „Nösistich“, auf dem große Schautafeln über das Morsum Kliff und seine Entstehungsgeschichte informieren. Folgen Sie von hier einfach den Schildern, dann gelangen Sie automatisch auf den Panorama-Rundweg und zur Plattform, von der aus Sie einen tollen Blick auf das imposante Kliff und die nebeneinander liegenden Gesteinsschichten aus unterschiedlichen Epochen haben. Hier oben kann man stundenlang einfach nur sitzen, schauen und die unglaubliche Stille genießen, die über der Landschaft liegt. Wenn Sie nach Ihrem kleinen Kliff-Spaziergang Lust auf noch mehr Natur haben, dann empfiehlt sich ein Abstecher in die benachbarte Morsumer Heide, der sich vor allem im Spätsommer zur Blütezeit lohnt.

 

Wattwandern auf Sylt – Spannender Spaziergang über den Meeresboden

Das Watt ist ein faszinierendes Ökosystem und Lebensraum für über 10.000 Tier- und Pflanzenarten wie Würmer und Quallen, aber auch zahlreiche Vögel, die hier auf ihrem Weg in den Süden Station machen. Im deutschen Wattenmeer laufen die Flugrouten vieler Zugvögel zusammen. Mehr als 12 Millionen von ihnen rasten und brüten hier jedes Jahr und freuen sich über die Unmengen an Futter, das das Watt ihnen bietet.

Das Wattenmeer der Nordsee ist bereits vor etwa 10.000 Jahren durch den Anstieg des Meeresspiegels nach der letzten Eiszeit entstanden. Damals war an der Stelle des Watts noch Festland, das nun bei Flut überspült wird und bei Ebbe wieder trockenfällt. Der dann freiliegende Meeresgrund wird als „Watt“ bezeichnet. Eine Wanderung durch dieses UNESCO-Weltnaturerbe ist ein einmaliges Erlebnis und gehört zu jedem Sylt-Urlaub unbedingt dazu.

Video: Wandern durch das Wattenmeer auf Sylt

Tipps für eine gelungene Wattwanderung  

Sie sollten sich allerdings nie alleine auf den Weg ins Watt machen. Denn auch wenn Sie sich vorab über die Flutzeit informiert haben, kann das Wasser schneller kommen als angenommen, denn die Gezeiten sind unberechenbare Naturgewalten. Daher empfiehlt es sich, immer eine geführte Wattwanderung zu buchen, bei der Sie zudem Wissenswertes und Interessantes über den Lebensraum Watt erfahren. Zudem sollten Sie immer die richtige Ausrüstung dabei haben. Dazu zählen alte Schuhe, am besten mit flexibler Sohle, oder Badeschuhe. Auf Gummistiefel sollte hingegen möglichst verzichtet werden, da sie leicht im Wattschlamm stecken bleiben können. Am meisten Spaß macht eine Wattwanderung allerdings barfuß – dabei sollten Sie aber unbedingt auf herumliegende Muscheln achten, an denen Sie sich leicht schneiden können und in Gebieten mit vielen Muschelschalen lieber Schuhe anziehen. Denken Sie auch an eine Kopfbedeckung, die Sie in den Sommermonaten vor der intensiven Sonneneinstrahlung und in der kälteren Zeit vor Wind schützt. Und: Auf keinen Fall sollten Sie natürlich Fotoapparat und Fernglas vergessen. 

Welche Wattwanderungen werden auf Sylt angeboten?  

Auf Deutschlands größter Nordseeinsel gibt es erwartungsgemäß eine Vielzahl unterschiedlicher Wattwanderungen. Einen ersten Überblick über die verschiedenen Wanderungen können Sie sich auf folgenden Internetseiten verschaffen:  

Über diese Anbieter können Sie Führungen zu speziellen Themen wie zum Beispiel eine Wattwanderung zu den „Small Five“ buchen. In Anlehnung an die „Big Five“, mit der die fünf typischen Safari-Tiere Elefant, Büffel, Löwe, Leopard und Nashorn gemeint sind, treffen Sie im Sylter Watt auf die kleinere Ausgabe dieser tierischen Stars. Nämlich: Wattwurm, Herzmuschel, Strandkrabbe, Wattschnecke und Nordseegarnele.

Ein Highlight für alle kleinen Wattforscher sind die Piratenwattwanderungen, die die „Naturschutzgemeinschaft Sylt e.V.“ anbietet. Bewaffnet mit einer Schatzkarte, die zuvor aber erst aus einer alten, angespülten Flasche geborgen werden muss, starten die Mini-Seeräuber zu ihrer Tour. Dabei geht es spannend zu, denn die Kinder lernen dabei nicht nur, warum es überhaupt Ebbe und Flut gibt und welche besonderen Tiere im Watt leben, sondern sie müssen natürlich auch einen Schatz finden. Die Wanderungen dauern eineinhalb Stunden und finden von April bis Oktober immer mittwochs statt. Nähere Informationen erhalten Sie bei der „Naturschutzgemeinschaft Sylt“ (www.naturschutz-sylt.de)  

Auch eine Wattwanderung zwischen Sylts Nachbarinseln Amrum und Föhr ist ein wahrer Höhepunkt eines jeden Inselurlaubs. Mit einem Schiff der Adler-Reederei (www.adler-schiffe.) geht es ab Hörnum entweder nach Amrum oder Föhr – dies ist gezeitenabhängig. Von dort wandern Sie in Begleitung eines fach- und ortskundigen Wattführers zur jeweiligen Nachbarinsel. Die Tour ist etwa 8 Kilometer lang und in knapp drei Stunden zu bewältigen. Anschließend geht es mit dem Schiff zurück nach Hörnum.

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